DAS PROJEKT STILLE JUNGS

Die Drei Elemente

Das Element Stille
Das Projekt STILLE JUNGS möchte dem oberflächlichen Aktionismus, der zwanghaften Beschleunigung, dem alles übertönenden Krach, dem Lärm der beständig einwirkenden Musik- und Geräuschkulisse im Privaten und in der Öffentlichkeit die Erfahrung von Stille entgegensetzen: Stille als Bedingung und Möglichkeit in sich hinein zu hören, den Zugang zu sich selbst zu finden und sich selbst zu spüren. Stilleübungen sind für Kinder und Jugendliche deshalb so wichtig, weil die Erfahrung von Stille im Alltag kaum noch vorkommt aber als regenerative Energiequelle für ein gesundes und ausgeglichenes Leben unverzichtbar ist. Die Jungen sollen befähigt werden, aus ihrem geschäftigen, ruhelosen und lauten Alltag durch Stille-Erfahrungen für eine begrenzte Zeit bewusst zu entspannen. Sie erleben durch Stille-Übungen sich zu gedulden, sich zu konzentrieren, sich selbst wahrzunehmen. Es findet ein Wechsel von außen nach innen statt, vom betäubenden Lauten zur stillen inneren Ruhe.

Das Element Kommunikation
In dem Projekt STILLE JUNGS bedeutet Kommunikation zum einen das authentische Mit-teilen persönlicher Gedanken, Gefühle und Erlebnisse und zugleich die Bereitschaft, die Gruppe an dem persönlichen Prozess teilnehmen zu lassen. Zum andern bedeutet Kommunikation die Bereitschaft, auf den anderen hörend zuzugehen (zu-hören), ihm Beachtung zu schenken. Authentische wechselseitige Kommunikation ist gleichzeitig die Basis für gegenseitiges „Verstehen“ und Vertrauen, und für das Gefühl sozialer Zugehörigkeit und gegenseitiger Wertschätzung. Die Jungen bekommen das Lernangebot, sich sprachlich ansprechend und authentisch mitzuteilen (in Abgrenzung zu übernommenen Sprachklischees), anderen aktiv zuzuhören, eigene Mitteilungsbedürfnisse zurückzustellen, auf andere Beiträge einzugehen, sich in die Gedanken und Gefühle anderer hineinzuversetzen, ihnen Beachtung, Wertschätzung, Solidarität und Empathie entgegenzubringen.

Das Element Kampfkunst
Im Projekt STILLE JUNGS verstehen wir unter Kampfkunst die Kunst, nicht kämpfen zu müssen. Kampfkunst beinhaltet neben der Kampfkunsttechnik eine innere Einstellung. Während bei einer reinen Kampftechnik (Kampfsport) die Effizienz nach außen die höchste Priorität hat, zielt die Kampfkunst auf die Entwicklung und Entfaltung innerer Stärken des Übenden ab. Der Sinn liegt eher im kooperativen Tun als im Ergebnis. Es ist ein Prozess, dessen Ergebnis offen und oft auch nebensächlich ist. Im übertragenen Sinne ist Kampfkunst eine Methode zur Kooperation, Selbstkontrolle und zum Selbstvertrauen. Die Jungen lernen aus freien Stücken, sich an Rituale und Regeln zu halten, welche auf Respekt, Fairness und Selbstdisziplin basieren. Gegenseitige Wertschätzung ist oberstes Gebot. Sie lernen mit eigenen und gegnerischen Stärken und Schwächen umzugehen, Willensstärke zu erproben, Körpergefühl und -beherrschung zu entwickeln, Ängste ab- und Vertrauen aufzubauen.